Ein neues Gartenquartier entsteht:  Der Philosophengarten als Pendant zum Lazarettgarten

Vor fast genau 20 Jahren, entwickelte Thorsten Holch als Newcomer, mutiger Planer und junger Unternehmer ein Quartier in Landau, das heute zu den begehrtesten Wohnlagen Landaus gehört.

Gefragt, warum das neue Quartier an der Promenade der Gartenschau nun Philosophengarten heißt, antwortete der Architekt:

„Wir knüpfen natürlich gerne an die Idee eines Gartenquartiers an, das für uns in vielerlei Hinsicht beispielhaft für einen lebenswerten Lebensraum steht. Damals hatte ich eine sehr präzise Vorstellung von dem, was aus dem ehemaligen bayerischen Garnisonslazarett entstehen sollte. Es sollte ein Quartier entstehen, das nachhaltig, also auf Dauer auch für kommende Generationen funktioniert. Es sollte damit nicht „nur“ ökologisch sein - kulturelle, soziale und wirtschaftliche Aspekte fanden in unserem damaligen Konzept ebenso ihre Berücksichtigung. Als Spaßvogel könnte man natürlich jetzt sagen, dass der Name meines Unternehmens „ARCHImedes“ irgendwie verpflichtet, indem wir dem antiken Mathematiker zu Ehren einen Garten gestalten, in man dann in allerbester philosophischer Gesellschaft verweilen kann… Und in der Tat ist es für mich und sicherlich auch für die zukünftigen Bewohner des Quartieres schon eine durchaus inspirierende Vorstellung im Geiste mit den Damen und Herren Philosophen aus verschiedenen Epochen in einem Garten zu flanieren, und in guter sokratischer Tradition Dialoge und Zwiegespräche zu führen. Für mich liegen Philosophie, Architektur und sowie auch die Musik sehr nahe beieinander und beeinflussen sich wechselseitig. Architektur als Begriff leitet sich ja vom altgriechischen her und setzt sich zusammen aus „archi“, was soviel bedeutet wie „Haupt“ und tékton bzw. techné. Die Vieldeutigkeit des Wortes ist vor allem geprägt durch diesen zweiten Wortteil und wird in der Regel als „Kunst“, „Technik“, „Wissenschaft“ oder als „Hauptkunst“ übersetzt. Hier könnte man schon den ersten Hinweis auf die Bedeutung von Architektur für die menschliche Existenz finden. Vielleicht teilen Sie meine Auffassung, dass wir von der Baukunst, d.h. vom Gebäudlichen im weitesten Sinne mehr berührt bzw. mehr betroffen sind, als von jeder anderen Kunst, ob Malerei, Literatur oder Musik; indem Menschen in einem wie auch immer beschaffenen Gebäude wohnen, sind sie diesem einfach unmittelbar „ausgesetzt“. Im Englischen heißt „wohnen“ „to live”, also „leben” und ist so unmittelbar mit menschlicher Existenz, mit dem Mensch-Sein, dem „am Leben bleiben” verbunden.

Betrachtet man nun die großen Architekten, stellt man fest, dass sich unter ihnen viele ihrer Verantwortung bewusst waren und über das Leben, das Menschsein und Dasein in seiner Beziehung zu Wohnen, Bauen, Gestalten von Lebensraum und Umwelt räsoniert haben. Und da wären wir schon mitten beim „Philosophieren“, eine Tätigkeit, die in ihrer Grundsätzlichkeit viele Parallelen zum „Baumeistern“ aufweist …“

Wo genau wird denn das neue Quartier entstehen?

„Der Philosophengarten wird in einem Areal entstehen, dass in jeder Hinsicht ideale Voraussetzungen bietet und den Anforderungen an heutiges Wohnen entspricht: Beste Verkehrsanbindung und Infrastruktur, nahe zum Naturschutzgebiet am Ebenberg, inmitten von Grünanlagen. Im Rahmen der Landesgartenschau gesellen sich dann noch bis 2015 verschiedene Sportanlagen, zahlreiche Gärten und die Landschaftsrampe hinzu. Mit dem ehemaligen Generalstab, dem „Etat Major“ wie ihn die Franzosen nennen, der als denkmalgeschütztes Gebäude ein Teil des Philosophengartens darstellen wird, haben wir ja ein Stück europäische Geschichte und insbesondere eine Episode deutsch-französischer Geschichte. In unserem Konzept des Philosophensgartens werden wir das auch auf besondere Weisen würdigen.

Und wo bleiben die Philosophen?

„Wesentlicher Bestandteil des Konzeptes findet sich in der Gestaltung der Fassaden. Der vielfach ausgezeichnete Künstler (unter anderem Pfalzpreis für Malerei und Kunstpreis der Ernst-Forberg-Stiftung), Josef Rosalia Hein ist dabei Portraits von Philosophen zu kreieren. Hein schafft in einer einzigartigen Technik, durch geheimnisvolle - als Schichten im Untergrund - nicht sofort erkennbare Farben, die nur als winzige Pixel auf dem Gemälde zu Tage treten, eine komplexe und aufwendige Malerei. 111 seiner faszinierenden „Denkerportraits“ werden die Gebäude im Philosophengarten mitgestalten. Jeweils die längeren Hausseiten werden nun entweder mit diesen Portraits als hochwertige zirka 3 Meter hohe und 1 Meter breite Reproduktionen gestaltet - wobei diese Elemente gleichzeitig zur Beschattung der Wohnräume dienen - oder mit Schriftzügen versehen, die die Namen der Philosophen in verschiedenen Fonds /Schrifttypen erscheinen lassen. Vertikal- und Dachgärten runden das Konzept von der gärtnerischen Seite her ab und sorgen für natürliche Beschattung und angenehmes Mikroklima

Wie soll der „Etat Major“ nun besonders gewürdigt werden?

Das denkmalgeschützte und geschichtsträchtige Generalstabs-
gebäude bietet als zukünftiges KfW-Effizienzhaus. lichtdurchflutete, einzigartige Wohnungen kombiniert mit 50er-Jahre-Architektur vom Feinsten. Als Würdigung einer langen guten deutsch-französischen Beziehung werden natürlich deutsche und französische Denker die Fassaden zieren.

Verraten Sie uns noch ein paar Details zu Ihrem Konzept?

Die zeitgleich entstehenden Neubauten bilden zusammen mit dem Stabsgebäude den Auftakt zu den „Gärten am Cornichon“. Alle neuen Gebäude werden ebenfalls mit höchstem Anspruch an Energieeffizienz errichtet und haben einen „KfW 40 Standard“. Mit zusätzlichen Maßnahmen wird darüber hinaus das NULL-Energiehaus angestrebt.

Es wird also – da bleiben Sie Ihrer Linie treu, architektonisches „Slowfood“ werden?

Wir werden in der bekannten Qualität und natürlich auch wieder bekannte, langlebige Markenprodukte bei der Ausstattung zum Einsatz bringen. Massive Eichenparkette, Lehmputze und Dreifachverglasung runden unser Angebot ab. Die Grundrisse in sich sind variabel, die einzelnen Wohnungen kombinierbar – ein Höchstmaß an Flexibilität erlaubt so, die Wohnung an die Lebensumstände anzupassen. Spezielle Lagerräume „à l’ancienne“ mit gestampftem Lehm- oder Ziegelboden erfreuen den Fan traditioneller Vorratshaltung. Es wird ein Regenwassernutzungskonzept geben und ein Grauwassernetz ist vorbereitet. Geparkt wird „souterrain“ in der Tiefgarage, energievernünftig mit Tageslicht- und Frischluftzufuhr, dabei hat jeder Aufzug einen direkten Zugang zu den Garagen.

Sie sind bekannt dafür, dass Sie für Vorbereitung und Planung von Projekten einen hohen Aufwand treiben. Warum tun Sie das?

„Schöne, nachhaltige und gut funktionierende Dinge herzustellen, erfordert Bedacht. In der Projektierungsphase investierte Energie ermöglicht die Realisierung eines gereiften Konzeptes und zahlt sich sehr langfristig – gerade bei den Menschen, für die es gebaut wird -aus.“