Panta rhei – Architektur, die fließt: Das Gartenquartier Philosophengarten vereint höchste Qualitätsstandards mit anspruchsvoller Architektur, Kunst und dem Gefühl, „zu Hause“ zu sein.

 

Bereits  während  der  Entwurfsplanung  des Quartiers standen Josef Rosalia Hein und ich in regem  Austausch  über  die  Möglichkeiten  der künstlerischen  Ausgestaltung  des  Philosophengartens.  Die  klare  Architektur  der  50er  Jahre, in  Form  des  Generalstabsgebäudes,  von  zwei modernen  Baukörpern  -  Panta  rhei  I  und  II  - gewissermaßen umflossen, wird durch die Kunst von  Josef  Rosalia  Hein  auf  wunderbare  Weise miteinander  verbunden.  Der  hier  entstehende Dialog    zwischen Baukörpern und Außenanlage macht  das  Gartenquar-tier  „Philosophengarten“ zu einem einzigartigen, unverwechselbaren „Zuhause“.

Mit  Kunst  und  Bau  wird  ein  kultureller  Mehrwert geschaffen – ein Mehrwert, welcher - fragt man den Künstler Josef Rosalia Hein - dadurch erzielt  wird,  dass  das  Prinzip  „Wohnen“  aufgehoben  und  mittels  der  Kunst  modifiziert  oder gesteigert  wird,  in  ein  „Erleben“  bzw.  „Leben“. Das Bauwerk dient nun nicht mehr nur dem eigentlichen  Zweck,  nämlich  den  im  inneren  geschaffenen Wohnraum zu nutzen, sondern es erweitert diesen, verschiebt sich über die Fassade nach außen und schafft somit den Bewohnern ein - „Inside – Outside“ - visuelles Spannungsfeld. Ich freue mich, dass wir mit dieser Ausstellung und dem hier vorliegenden Katalog erstmals die Gelegenheit  haben,  die  eigens  für  den  Philosophengarten  entworfenen  Gemälde  in  Gänze zu sehen: 111 Denkerportraits von Josef Rosalia Hein.

Seine  Malerei,  die  eine  faszinierende  Vielschichtigkeit  auszeichnet,  setzt  einen  besonderen Akzent über die funktionalen Anforderungen der Architektur hinaus.

Erfahrung aus über 20 Jahren

Dabei knüpfe ich gerne an die Idee eines Gartenquartiers, dem Lazarettgarten an, vor 20 Jahren von mir konzipiert, das für mich in vielerlei Hinsicht beispielhaft für einen lebenswerten Lebensraum steht. Meine Vorstellung von dem, was aus dem  ehemaligen bayerischen Garnisonslazarett entstehen sollte, waren präzise: Ein Quartier, das nachhaltig,  also  auf  Dauer  auch  für  kommende Generationen, funktioniert. Es sollte damit nicht „nur“  ökologisch  sein  –  kulturelle  und  soziale Aspekte  fanden  in  meinem  damaligen  Konzept ebenso ihre Berücksichtigung.

Kunst und Architektur: ein Gesamtkunstwerk

„Kunst“  als  zusätzliche  Komponente  ist  damit auch  eine  Weiterentwicklung  meines  konzeptionellen Ansatzes.  Das  Quartier  Philosophengarten wurde von Anfang an als Einheit betrachtet und entsprechend  somit  auch  Tiefgarage, Außenanlage sowie Dach in die Planung einbezogen. Bei  der  Namensgebung  „Philosophengarten“ könnte  man  ja  meinen,  dass  der  Name  meines Unternehmens  „ARCHImedes“  irgendwie  verpflichtet, indem wir dem antiken Mathematiker zu Ehren einen Garten gestalten, wo man, in allerbester  philosophischer  Gesellschaft,  verweilen kann…

Und in der Tat ist es für mich und sicherlich auch für  die  zukünftigen  Bewohner  des  Quartieres schon  eine  durchaus  inspirierende  Vorstellung, im  Geiste,  mit  den  Damen  und  Herren  Philosophen  aus  verschiedenen  Epochen  in  einem Garten zu flanieren und in guter sokratischer Tradition Gespräche zu führen.

Zeitgemäßes Wohnen im Denkmal L’Etat Major: Das französische Generalstabsgebäude

Leichtigkeit,  Grazie  und  Frische  sind  Merkmale der Architektur der frühen 50er Jahre, die auch den  „Etat-Major“  -  so  hieß  der  Generalstab in  der  jüngsten  Vergangenheit  -  auszeichnen. Gleichzeitig  steht  das  Bauwerk  für  ein  Stück europäische Geschichte und insbesondere eine Episode  deutsch-französischer  Geschichte.  Die wunderbare  Klarheit  der  Gebäudestruktur  wird vor allem im Außenbereich punktuell durch eine fast arabesk-verspielte Ornamentik unterstrichen. Mit zwei Neubauten direkt an der Promenade der ehemaligen Gartenschau 2015 wird das ehemalige Stabsgebäude Bestandteil eines attraktiven Lebensraumes.

Die Lage des Philosophengartens bietet in jeder Hinsicht ideale Voraussetzungen für zeitgemäßes städtisches  Wohnen:  beste  Verkehrsanbindung und  Infrastruktur,  Nähe  zum  Naturschutzgebiet am Ebenberg, inmitten von Grünanlagen. Im Rahmen der Landesgartenschau gesellten sich dann noch bis 2015 verschiedene Sportanlagen, zahlreiche Gärten und die Landschaftsrampe hinzu. Architektonisches „Slowfood“ Ich werde oft gefragt, warum ich bei Vorbereitung,  Planung  und  Durchführung  von  Projekten einen so hohen Aufwand treibe. Ich meine, dass schöne,  nachhaltige  und  gut  funktionierende Dinge herzustellen, Sorgfalt erfordert. In der Projektierungsphase investierte  Energie  ermöglicht die  Realisierung  eines  gereiften Konzeptes und zahlt sich sehr langfristig – gerade für die Menschen, für die gebaut wird - aus, so wie hier, um ein Beispiel zu geben, mit Wohnungen, die sich - in Größe und Zuschnitt - den Lebensumständen anpassen können.

Die Kunst von Josef Rosalia Hein

Wesentlicher  Bestandteil  unseres  Konzeptes findet sich in der Gestaltung der Fassaden. Der vielfach  ausgezeichnete  Künstler  (unter  anderem Pfalzpreis für Malerei und Kunstpreis der Ernst-Forberg-Stiftung),  Josef Rosalia Hein hat einzigartige  Portraits  von  Philosophen  gemalt.  In einer von ihm erfundenen Technik, durch geheimnisvolle - als Schichten im Untergrund - nicht sofort  erkennbare  Farben,  die  nur  als  winzige Pixel auf dem Gemälde zu Tage treten, schafft er eine komplexe und aufwendige Malerei.

111 + 11 seiner faszinierenden „Denkerportraits“ stellen quasi das Grundwerk dar und werden die Gebäude  im  Philosophengarten mitgestalten. Die Fassaden werden nun entweder mit diesen Portraits als hochwertige zirka drei Meter hohe und  ein  Meter  breite  Reproduktionen  gestaltet oder mit Schriftzügen versehen, die die Namen der  Philosophen  in  verschiedenen  Schrifttypen erscheinen lassen.

Ich  wünsche  allen  Betrachtern  des  Kataloges und Besuchern der Ausstellung viel Kunstgenuss und Freude.

Herzliche Grüße
Thorsten Holch
Landau, im Mai 2016

111 Philosophen und Denker

ArchimedesErnst BlochJean-Paul SartreJean-Jaques Rousseau
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